Tests

BITV-Test

Es gibt viele Möglichkeiten, den Grad der Barrierefreiheit von Internetseiten und einfachen Webanwendungen zu überprüfen. Eine der Möglichkeiten ist der BITV-Test des Projektes BIK-barrierefrei informieren und kommunizieren (Verzeichnis der Prüfschritte des BITV-Tests ). Er ist öffentlich verfügbar und detailliert dokumentiert. Da Transparenz uns wichtig ist, haben wir uns dazu entschieden, den BITV-Test zu verwenden, wenn wir Ihre Internetseiten auf Barrierefreiheit hin untersuchen. Zudem ist der BITV-Test sehr erfolgreich. Er hat sich in den letzten Jahren zu einem Quasi-Standard entwickelt. Behörden des Bundes und der Länder, zahlreiche weitere Träger öffentlicher Gewalt, aber auch privatwirtschaftlich arbeitende Unternehmen, nutzen den BITV-Test und damit verbundene Beratungsmaßnahmen zur erfolgreichen Optimierung ihrer Internetseiten.

Der BITV-Test stützt sich auf die Verordnung des Bundes zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik (https://www.gesetze-im-internet.de/bitv_2_0/BJNR184300011.html). Es ist kein automatisches Verfahren. Sein optimaler Einsatz setzt fundiertes Wissen und Erfahrung voraus. Anhand von einer Vielzahl von Prüfschritten wird durch Experten überprüft und präzise dokumentiert, an welchen Stellen IT-Angebote zugänglicher gestaltet werden könnten. Gleichzeitig erfolgt eine Bewertung je Prüfschritt, ob die geprüfte Seite BITV-konform ist. Der Begriff der Konformität orientiert sich an den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.1), welche die Basis für die europäische Norm für die Vergabe barrierefreier IT wurden und gemäß eines EU-Durchführungsbeschlusses von 2021 zum Maßstab für die BITV wurden. Nach den Vorgaben des BITV-Tests gibt es maximal fünf Bewertungsstufen: erfüllt, eher erfüllt, teilweise erfüllt, eher nicht erfüllt und nicht erfüllt. Sofern eine Bewertung von eher erfüllt oder besser erfolgt, kann von Konformität gesprochen werden.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Internetseiten des BITV-Tests unter www.bitvtest.de.

Tests von Anwendungssoftware

Um Anwendungssoftware auf Barrierefreiheit zu prüfen, gilt es im Wesentlichen zwei Standards zu beachten:

Ob Datenbank-Anwendung, Dokumenten-Management-System oder Software zum Schnitt von Audio- oder Video-Inhalten: Die Möglichkeiten zur Gestaltung von Anwendungen auf dem Desktop sind weit vielfältiger als im Web (obwohl der Bereich der Webanwendungen eindeutig mit Vollgas auf der linken Spur fährt).

Ob eine Webanwendung als Webseite bezeichnet werden kann, beantwortet die EN 301 549 zunächst einmal mit einem klaren Ja. Allerdings beinhaltet der Standard im Kapitel  11 auch Anforderungen an Anwendungssoftware. Sofern eine Webanwendung auf Grund ihrer Interaktionsmöglichkeiten und des vorgesehenen Nutzungskontextes eher am Desktop als auf Mobilgeräten genutzt wird, sollte sie als Software betrachtet und entsprechend nach dem BITV-Softwaretest des Projekts BIT inklusiv geprüft werden.

Basierend auf der DIN EN ISO 9241-171 sowie der EN 301 549 wurde unter der Federführung von Detlef Girke im Rahmen des Projekts BIT inklusiv ein Verfahren zur Prüfung von Anwendungssoftware auf Barrierefreiheit entwickelt. Das Verfahren erleichtert Prüfungen dergestalt, dass ein Katalog von Prüfschritten abgearbetet werden kann, während die Ergebnisse in einer Web-Anwendung festgehalten werden. Zu jedem Prüfschritt gibt es detaillierte Erläuterungen sowie Vorschläge zur praktischen Prüfung. Das Verfahren wurde auch nach Ende der Förderungshöchstdauer des Projekts weiter entwickelt und ist derzeit auf dem aktuellen Stand der EN 301 549 in der Version 3.2.1.

Tests von PDF-Dokumenten

Für das Testen von PDF-Dokumenten existiert nun seit geraumer Zeit bereits das sogenannte Matterhorn-Protokoll. Im Rahmen von BIT inklusiv wurde der Text ins Deutsche übersetzt und diente als Basis für die Entwicklung eines Prüfverfahrens für PDF-Dokumente auf Barrierefreiheit. Es dient als Prüfanleitung zur Durchführung eines Tests auf Basis des Matterhorn-Protokolls.

Auch dieses Verfahren wird derzeit vom BIT inklusiv-Netzwerk überarbeitet und im Laufe des Jahres 2022 veröffentlich. Es wird dabei nicht nur die Kriterien des PDF/UA-Standards berücksichtigen, sondern alle Kriterien der EN 301 549 in der geltenden Fassung, damit auch der PDF-Test wieder die vollständige BITV-Konformität prüfen kann..